Die Geschichte des Manschettenknopfs

DIE GESCHICHTE

Jeder kennt sie, viele lieben sie: Manschettenknöpfe. Die kleine individuellen Details in der gehobenen Garderobe lassen sich, neben Einstecktuch und Ehering als einzige allgemein anerkannte Individualitätsmerkmale festlegen. Die Krawatte ist, wie der Siegelring oder farbige Strümpfe, in vielen beruflichen Feldern eingeschränkt oder gar verpönt. Manschettenknöpfe haben hier den Vorteil, dass sie abhängig vom Hemd einfach notwendig sind, damit man nicht unangezogen erscheint. Mit dem Manschettenknopf sind neben Schmuck und Individualität also auch ganz praktische Aspekte verbunden, doch woher kommt der Manschettenknopf am Hemdsärmel eigentlich?

Von der Rüsche zur Spitze zum gestärkten Stoffstück

Der lange Weg der Manschette seit ihrer Einführung irgendwann im 16. Jahrhundert wurde immer wieder von der Mode beeinflusst. Waren die ersten Exemplare der „Manschettenknöpfe“ noch einfache Schnüre, die den Wind außerhalb des Hemdes ließen, kamen bald geraffte und verzierte Ärmelabschlüsse in Mode. Aufwändig gestickte Spitze und feine Rüschen bestimmten im Barock den schmückenden Anblick am Ärmel. Erst im 18. Jahrhundert, um die Französische Revolution kamen die glatten Hemdmanschetten der Uniformen im zivilen Leben in Mode. Und dafür wurde schnell ersichtlich, dass keine Heraushebung vorhanden war. Um die noch von früher bekannten Schnüre besser in Szene zu setzen, wurden sie in dieser Zeit von metallenen Knöpfen, die mit einer Kette verbunden waren, verschlossen. Das war die Grundform des ersten Manschettenknopf, meist symmetrisch, und mit einer Kette verbunden, sodass die Hemdmanschette nicht zu sehr strapaziert wurde. Diese Form der Manschettenknöpfe ist heutzutage zwar selten geworden, aber durchaus noch zu finden. Für die Aufbewahrung im Kleiderschrank, der anders als die Vitrine für die Manschettenknöpfe nicht offen und zentral stand, gab es den Manschettenknopf aus geknoteter Seide, der sich langsam einen Platz am Frackhemd zu erobern scheint. Kleidung ist schließlich sehr variabel und immer einer Evolution unterworfen.

Form und Funktion des Manschettenknopf

Manschettenknöpfe sind ein geradezu perfekter Vertreter für die These, dass die Form der Funktion folgen muss. Grundsätzlich ist der Manschettenknopf aufgebaut aus einem Hauptknopf an der Schauseite, dem nicht zwingend gleichartigen Gegenstück, das Halt gibt, und einer zentralen Verbindung der beiden, flexibel oder fest. Erst mit der weiten Verbreitung der Uniformen auch im zivilen Umfeld, die mit dem kriegerischen und höfischen 18. Jahrhundert in Verbindung steht, wurde der Metallknopf das Maß aller Dinge. Ob als Manschettenknopf oder an der Jacke, es war schick, sich mit eigensinnigen Motiven von der Uniformierung abzuheben. Familienwappen oder Mottos wurden so bildsprachlich nach außen getragen, wenn man schon keinen bunten Schild und Ritterrüstung als Adliger trug. Aber auch das aufstrebende Bürgertum schuf sich schnell Ausdruck am Hemdsärmel; durch die Industrialisierung wurden die Manschettenknöpfe schnell erschwinglich für breitere Kreise. Die Sonderanfertigung durch den Goldschmied erfreut sich aber bis heute einer gewissen Beliebtheit.

Zeitlos elegant oder modisch beeinflusst?

Der Manschettenknopf war anfangs sicherlich nur modisches Beiwerk einiger weniger Herren; aber so war es auch mit der Krawatte oder dem Siegelring. Durch geschickte Nutzung und elegantes Tragen haben sich die Manschettenknöpfe durchaus als zeitlos herausgestellt, nur die einzelne Gestaltung im Detail muss nicht immer jeder Zeit angemessen erscheinen. So waren besonders im 19. Jahrhundert Malereien von wichtigen Personen oder gar eingefasste Haarlocken zur Erinnerung weit verbreitet, würden heutzutage aber verwunderte Blicke nach sich ziehen. Wie die Zeiten auch sind, ein elegantes Hemd braucht heute zwingend auch passende Manschettenknöpfe!